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Design-Projekt 2008

Design-Impulse für das Hotel Gutkowski in Syrakus

Die deutsch-italienische Zusammenarbeit zwischen der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur und der Architektur-Fakultät der Universität in Syrakus initiierte eine Exkursion mit zielgerichtetem Objektauftrag. Elf Studentinnen und Studenten des Fachbereiches Möbel- und Produktdesign der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur widmeten sich der Aufgabe, dem privat geführten Hotel Gutkowski in Syrakus mit stimmigen Design-Ideen neue Einrichtungsimpulse zu geben. Das von der Josef-Lauten-Stiftung, Rheda-Wiedenbrück, geförderte Projekt wurde am 17. März 2008 in Detmold der Öffentlichkeit präsentiert.
 
Das Hotel Gutkowski, das einzig blaue Gebäude in Ortigia/Syrakus, besteht aus zwei miteinander verbundenen alten Häusern. Dort, wo ursprünglich Fischer und Handwerker wohnten, bietet das mit Rücksicht auf Stil und Tradition restaurierte Haus heute 25 moderne Gästezimmer. Die Inhaberin Paola Pretsch stimmte zusammen mit ihrer Innenarchitektin Maria Vittoria Sesta dem Vorschlag zu, eine Studiengruppe vor Ort neue Ideen für die Inneneinrichtung erarbeiten zu lassen.
 
Professor Herbert Jakob Weinand, Lehrstuhlinhaber für Möbel- und Produktdesign an der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, organisierte die Exkursion, ermunterte die Studenten der Projektgruppe, sich von der mediterranen Atmosphäre inspirieren zu lassen und bei ihren Ideen den Architekturstil zu integrieren. Dabei sollte die Arbeit an dem realen Projekt dazu beitragen, die tatsächliche Nutzung der Räume und ihrer Inneneinrichtung zu berücksichtigen.
 
Eine spannende Herausforderung, der sich kein Mitglied der Projektgruppe entzog. Die durchlebte Spannung sah man ihnen an, als sie schließlich am 17. März 2008 im Foyer der neu erbauten Fachhochschule vor Kommilitonen, Kuratoriumsmitgliedern der Josef-Lauten-Stiftung und nicht zuletzt der extra angereisten Hotelinhaberin sowie ihrer Designerin die eigenen Arbeiten präsentierten. Als zusätzlicher Spannungseffekt galt, mit Rücksicht auf die italienischen Gäste die Präsentationen in Englisch vorzutragen.
 
So präsentierten sie einen überarbeiteten Grundriss mit verlegtem Eingang und neuer Rezeption (Ann-Katrin Nehmert). Mit neuen Stühlen und dekorativen Elementen überraschte Yvonne Lotz. Die Anlage eines neuen Weinregals, die möglichst auch Langfingern keine Gelegenheit bieten solle, wagte Nils Uhlig. Fast archaisch wirkte ein durchbrochenes Sideboard mit Aufsatz, das Matthias Kolm entworfen und in der Werkstatt der Schule realisiert hatte. Um Schlafzimmer optimaler zu nutzen, stellte Christoph Strotmann seinen neuen Betttisch vor, der mit Flaschenhalter, losen Zügen und Zeitungsablage ausgestattet ist. Ein der Pflanzenwelt ähnelnder, aufgefächerter Garderobenständer aus massiver Eiche fiel Eva Krähenhorst ein. Jan Tiemann hatte sich an die Produktfamilie von Stehleuchte und Wandlampe mit überzeugendem Ergebnis gewagt. Ein schicker Raumteiler mit fast spielerisch drapierten Trennelementen zeigte die Handschrift von Katja Esser. Ein hoher Stehtisch mit integriertem Tablett von Ellen Cuypers überzeugte die kritisch beobachtenden Teilnehmer der Präsentation ebenso wie der „Tavola grande“ genannte Tisch von David Kotz, der dem großen Raum mit seinen Dimensionen wieder anheimelndes Ambiente geben sollte. Eine Deckenlampe, entworfen von Antje Olszewski, sowie eine in einem Designbuch von Verena Ehmann zusammengefasste Dokumentation schlossen die Runde der Präsentationen ab.
 
Die auf der Exkursion vermittelte Stimmung fasste ein brillant gemachter Film von Benedikt Frisse-Bremann, der seinen Abschluss als Dipl.-Ing. bereits in der Tasche hat und die Tour begleitete, zusammen.
 
Einhelligen Beifall spendete nach der Präsentation das Premierenpublikum. Große Zustimmung zollten auch die italienischen Gäste, Paola Pretsch und Maria Vittoria Sesta, den Studierenden. Dem Vorstand der Josef-Lauten-Stiftung, Franz Hampel, blieb es letztlich vorbehalten, das Lob auf den Punkt zu bringen: „Dieses Projekt dokumentiert herausragend die Qualität der Ausbildung in Detmold. Kreativität und Ausführung der Arbeiten übertreffen alles, was wir in den letzten Jahren gefördert haben.“
 
Professor Herbert Jakob Weinand bedankte sich beim Hotel Gutkowski, das die Idee mitgetragen und gefördert hat. Sein Dank galt aber auch den Studierenden, die ihre gemeinsamen Arbeiten noch in einer Dokumentation zusammenfassen wollen.
 
 
Foto: Spannung vor der Präsentation: Die Arbeitsgruppe der Studierenden an der Schule für Architektur und Innenarchitektur in Detmold.
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